Jan Dvořák
Jan Dvořák ist Hamburger Komponist, Dramaturg und Autor. Er studierte Komposition, Theorie und Musikwissenschaft in seiner Heimatstadt und in Wien; anschließend nahm er ein ergänzendes Dirigierstudium auf.
Die Spanne seiner Werke reicht vom performativen Projekt über Kammermusik und Schauspiel bis zu den Opern „Frankenstein“ oder „20.000 Meilen unter dem Meer“. Er arbeitete unter anderem mit Sebastian Baumgarten, Reinhild Hoffmann, Andrea Moses, Anna Viebrock, Johannes Schütz, Roger Vontobel, Matthias v. Hartz und besonders intensiv mit Philipp Stölzl zusammen.
2008 gründete er mit Thomas Fiedler die genreübergreifend arbeitende Theatergruppe Kommando Himmelfahrt. Seit 2013 ist die Dramaturgin und Produktionsleiterin Julia Warnemünde ebenfalls Teil der Gruppe. In meist großformatigen Produktionen verbinden sie Musiktheater, Performance, Videokunst und Konzert zu philosophischen Theaterkompositionen. Avantgardistische Montagetechniken treffen dabei mit Revue und Song zusammen, Bandmusik begegnet klassischen Chor- und Orchesterelementen, Lecture-Performance trifft auf filmischen Realismus. Kommando Himmelfahrt beschäftigt sich mit Utopien und Mythen, untersucht ihr Potenzial und projiziert sie zurück auf die Gegenwart. Die Gruppe arbeitet sowohl für freie Produktionsstätten wie auch an Schauspiel- und Opernhäusern.
Jan Dvořák war von 2012 bis 2015 Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. 2016 wurde er Chefdramaturg am Nationaltheater Mannheim und entwickelte zahlreiche neue Formate, Reihen und Projekte, so die Oper „Vespertine“ nach Björks Album oder das Festival Mannheimer Sommer.
Seit 2019 arbeitet er wieder als freischaffender Künstler. In der Spielzeit 22.23 war er Composer in Residence bei der Camerata Bern (Hörtheater „Utopia“); das Berner Theater feierte 2022 die Uraufführung seiner Schauspieloper „Carmilla“. Nach der Neufassung von „Andersens Erzählungen“ für das Residenztheater München, standen 2024 neue Stücke bei den Bregenzer Festspielen, in Mannheim und am Freiburger Theater auf dem Programm.